Queller, Meerfenchel und andere Küstenkräuter sind nordisch robust und behaupten sich genau dort, zwischen Land und Meer, gegen Wind, Wetter und wechselnde Wasserstände. Vielleicht schmecken sie gerade deshalb so eigenständig: frisch, würzig, manchmal leicht salzig und immer ein wenig nach Küste.

Keine schlechten Voraussetzungen für einen Gin von Sylt.


Botanicals sind pflanzliche Zutaten, die eine Spirituose duften und schmecken lassen. Die charakteristische Grundlage im Gin bildet Wacholder. Je nach Produktionsstandort, Philosophie und Vision ergänzen ihn Kräuter, Gewürze, Früchte, Schalen, Wurzeln oder Blüten. So entsteht eine ganz eigene aromatische Handschrift des Destillateurs.

Beim REED Gin treffen klassische Gin-Aromen auf Pflanzen, die eng mit der norddeutschen Küstenlandschaft verbunden sind. Dazu gehören unter anderem Queller, Meerfenchel, Salzmelde und Strandbanane. Sie verleihen dem Gin nicht einfach nur ein weiteres Aroma. Sie machen ihn zu einem echten Sylter Gin.

Kurz erklärt: Botanicals der Salzwiesen sind salztolerante Küstenpflanzen, die zur Aromatisierung von Spirituosen verwendet werden können. Im REED Gin verbinden sie klassische Wacholdernoten mit einem frischen, kräuterigen und maritim anmutenden Stil.

Salzwiesen wachsen dort, wo das Land noch nicht ganz fest und das Meer noch nicht ganz verschwunden ist. Sie werden regelmäßig von Salzwasser erreicht und gehören zu den charakteristischsten Landschaften des Wattenmeers.

Das wir uns nicht missverstehen: Wer durch die Rantumer Salzwiesen geht, erlebt keinen üppigen Kräutergarten. Die Vegetation wirkt eher zurückhaltend, um nicht zu sagen karg. Erst wer genauer hinsieht, merkt, wie vielfältig dieser Lebensraum ist.

Die Pflanzen müssen mit Bedingungen zurechtkommen, die für andere Arten lebensgefährdend wären: salzhaltiger Boden, zeitweilige Überflutung, kräftiger Wind und starke Veränderungen im Jahreslauf. Ihre Strategie: Sie verschwenden keine Energie mit Überfluss. Sie wachsen kompakt, widerstandsfähig und konzentriert.

Norddeutsch eben.



Queller sieht aus wie ein kleiner, blattloser Kaktus. Tatsächlich ist es aber eine Salzpflanze, die in der unteren Salzwiese wächst, also dort, wo der Boden besonders häufig vom Meerwasser erreicht wird.

Um unter diesen Bedingungen Wasser aufnehmen zu können, lagert der Queller Salz im Gewebe ein und erhöht gleichzeitig seinen Wasseranteil, um den erhöhten Salzanteil wieder auszugleichen. Die so aufquellenden fleischigen, knackigen Triebe haben ihm seinen Namen gegeben. In der Küche ist Queller auch als Meeresspargel bekannt und wird wegen seines salzigen, leicht pfeffrigen Geschmacks geschätzt.

Im Gin soll Queller nicht den Eindruck erwecken, jemand habe Salz ins Glas gegeben. Seine Aufgabe ist feiner. Er bringt Frische, eine leichte mineralische Spannung und eine Assoziation von Küste mit.

Man schmeckt nicht das Meerwasser. Es ist vielmehr die Erinnerung daran.



Meerfenchel wächst bevorzugt an felsigen und küstennahen Standorten. Seine fleischigen Blätter und seine ausgeprägte Würze sichern ihm bereits seit Jahrhunderten seinen Platz in der Küstenküche.

Sein Aroma lässt sich als frisch, kräuterig und leicht würzig beschreiben. Das erinnert entfernt an Fenchel, besitzt aber eine deutlich maritime und herbe Eigenart.

In unserer Gin-Rezeptur hat der Meerfenchel die Funktion eines Brückenbauers: Er sorgt für die Verbindung zwischen der Würze des Wacholders, der Frische weiterer Kräuter und dem mineralischen Eindruck des Quellers.

Der Meerfenchel ist somit ein wichtiger Mosaikstein im Bild des Reed Gin.



Eine gute Gin-Rezeptur lebt selten von einzelnen Zutaten. Denn erst das Zusammenspiel verschiedener Botanicals schafft eine Tiefe, die einen Gin zu einem außergewöhnlichen Gin machen.

Die Salzmelde gehört unbedingt dazu. Sie zählt zu den Pflanzen, die für ein Leben auf salzhaltigen Böden auserkoren sind. Der Geschmack Ihrer Blätter zeichnet sich durch eine feine, würzige Salzigkeit aus. 

Die sogenannte Strandbanane verdankt ihren Namen nicht einem tropischen Bananenaroma, sondern der Form ihrer fleischigen Blätter. Auch sie gehört zur besonderen Pflanzenwelt der Küste und zu den Botanicals in unserem Reed Gin.

Solche Botanicals sind übrigens keine Effekthascherei. In der richtigen Dosierung wirken sie vielmehr wie Stimmen in einem Chor. Das Aroma des Wacholders bleibt erkennbar, die Küstenkräuter geben ihm jedoch eine andere Richtung: nicht mediterran, nicht verspielt, sondern klar, herb und nordisch.

Die Rantumer Salzwiesen liegen vor der Tür unserer Brennerei. Trotzdem geht keiner von uns mit einem Korb los, um Zutaten für die nächste Charge zu sammeln.

Denn die Salzwiesen des Wattenmeers sind ein empfindlicher und deshalb zu Recht geschützter Naturraum. Wir von Sylt Distillers beziehen deshalb die verwendeten Küstenkräuter von spezialisierten und zertifizierten Meeresgärtnereien. So bleibt der charakteristische Bezug zur Küstenflora erhalten, ohne den einzigartigen, geschützten Lebensraum zu belasten.

Gleichzeitig sorgt der kontrollierte Bezug dafür, dass die Botanicals in verlässlicher Qualität zur Verfügung stehen. Denn eine Rezeptur kann nur dann konstant bleiben, wenn auch ihre Zutaten möglichst gleichbleibende Eigenschaften besitzen.

Diese Unterscheidung ist uns wichtig. Herkunft bedeutet nicht, sich an der Natur zu bedienen. Herkunft bedeutet, verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen.



Zwischen Küstenkraut und fertigen Gin liegt mehr als eine Brennblase. Denn nicht jedes Botanical gibt sein Aroma auf dieselbe Weise her.

Zarte Kräuter reagieren anders als feste Samen, Schalen oder Wurzeln. Manche Aromen lösen sich schnell, andere brauchen mehr Zeit. Einige dürfen im fertigen Gin deutlich erkennbar sein, während andere im Hintergrund arbeiten und dort für Balance sorgen.

Je nach Rezeptur können Botanicals in Alkohol eingelegt, direkt mitdestilliert oder so in den Destillationsprozess eingebunden werden, dass die Alkoholdämpfe ihre ätherischen Bestandteile aufnehmen.

Welche Methode sich für welche Zutat eignet, hängt von ihrer Beschaffenheit und dem gewünschten Ergebnis ab. Gerade bei feinen Küstenkräutern entscheidet der richtige Zeitpunkt darüber, ob ein Aroma frisch und klar erscheint oder zu dominant und schwer wird.

Hier beginnt das eigentliche Handwerk des Master Distillers. Eine gute Rezeptur besteht nicht darin, möglichst viele ungewöhnliche Zutaten in ihr zu versammeln. Sie besteht darin, jedem einzelnen Botanical den richtigen Platz zu geben. Weiterhin gehört dazu, die entscheidenden Punkte der Destillation selbst zu bestimmen und auf die jeweilige Charge zu reagieren. Das ist besonders bei Botanicals wichtig, deren Aromen fein und schnell flüchtig sein können.

Dirk Schmidt beschreibt seinen Anspruch an die Arbeit in der Destille so:



Ein Gin wird nicht allein dadurch typisch für Sylt, dass die Flasche vor einer Düne fotografiert wird.

Entscheidend ist, ob die Insel in der Idee, in den Zutaten und in der Herstellung tatsächlich eine Rolle spielt. Beim REED Gin zeigt sich dieser Bezug auf mehreren Ebenen: Er wird auf Sylt destilliert, seine Rezeptur greift Pflanzen der Küsten- und Dünenlandschaft auf und seine Aromatik orientiert sich nicht an tropischer Üppigkeit, sondern an nordischer Klarheit.

Die Botanicals werden dabei nicht eingesetzt, um möglichst spektakulär zu wirken. Sie ergänzen den Wacholder und geben so dem Gin ihm eine eigenständige Richtung vor.

Das Ergebnis ist der Reed Gin, dessen klassische Grundlage erkennbar bleibt, aber von frischen Kräutern und einem maritim-mineralischen Eindruck begleitet wird. So wie die Insel selbst: offen, eigenständig und mitunter etwas herb.

Der erste Schluck braucht nicht viel. Ein kleines Glas, etwas Ruhe, kein Tonic.

Pur zeigt der REED Gin am klarsten, wie Wacholder, Queller und Küstenkräuter zusammenspielen. Bei Zimmertemperatur lassen sich auch feinere Kräuternoten gut wahrnehmen. Für den ersten Eindruck genügt bereits eine kleine Menge.

Als Gin Tonic sollte die Begleitung der Rezeptur ausreichend Raum lassen. Ein zurückhaltendes, nicht zu süßes Tonic Water eignet sich deshalb besser als ein stark aromatisierter Mixer, der die Küstenbotanicals überdeckt.

Auch bei der Garnitur gilt: weniger ist mehr. Eine feine Zitrusschale kann die Frische unterstützen; ein passendes Küstenkraut greift den maritimen Charakter auf.

Das Glas ist schließlich kein Vorgarten.



Botanicals erzählen die Geschichte nicht von allein. Aber sie geben einer Spirituose eine Herkunft, die nicht nur auf dem Etikett behauptet wird.

Queller, Meerfenchel und Küstenkräuter stehen für einen Lebensraum, in dem Zurückhaltung keine Schwäche ist. Diese Pflanzen müssen sich behaupten. Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche und entwickeln gerade dadurch ihren besonderen Charakter.

Vielleicht passen sie deshalb so gut zu Sylt Distillers.

Der REED Gin versucht nicht, eine Salzwiese geschmacklich nachzubauen. Er nimmt ihre Aromatik, ihre Klarheit und ihre Widerstandskraft auf und übersetzt sie in eine eigenständige Spirituose.

Ein Stück Küste im Glas also, aber ohne Sand zwischen den Zähnen.

Was sind Botanicals im Gin?

Botanicals sind pflanzliche Zutaten wie Wacholder, Kräuter, Gewürze, Früchte, Schalen, Wurzeln oder Blüten. Sie geben dem Gin sein individuelles Aroma. Beim REED Gin ergänzen Küsten- und Salzwiesenpflanzen die klassische Wacholderbasis.

Was ist Queller?

Queller ist eine fleischige Salzpflanze, die in regelmäßig überfluteten Bereichen der Salzwiesen wächst. Er wird auch Meeresspargel genannt und besitzt einen salzigen, leicht pfeffrigen Geschmack.

Wird REED Gin mit Queller hergestellt?

Ja, Queller gehört zu den Küstenbotanicals, die den REED Gin prägen. Er unterstützt die frische, mineralische und maritim anmutende Stilistik des Gins.

Was ist Meerfenchel?

Meerfenchel ist eine würzige Küstenpflanze mit fleischigen Blättern. Sein Aroma ist frisch, kräuterig und leicht herb. In Spirituosen kann er Wacholder und weitere Kräuternoten ergänzen.

Werden die Botanicals wild auf Sylt gesammelt?

Ein klares Nein. Die Salzwiesen des Wattenmeers sind geschützt. Sylt Distillers bezieht die verwendeten Inselkräuter daher von spezialisierten und zertifizierten Meeresgärtnereien.

Schmeckt Queller im Gin salzig?

Queller besitzt von Natur aus eine salzige Note. In einer ausgewogenen Gin-Rezeptur schmeckt er jedoch nicht vordergründig nach Salz. Er unterstützt vor allem Frische, mineralische Spannung und einen feinen maritimen Eindruck.

Wie genießt man einen Gin mit Küstenbotanicals?

Ein Gin mit Küstenbotanicals lässt sich zunächst pur probieren, damit Wacholder und Kräuternoten unverfälscht wahrgenommen werden können. Auch auf Eis oder mit einem zurückhaltenden Tonic Water kommt seine klare, maritime Aromatik gut zur Geltung.

Wie schmeckt der REED Gin?

Der REED Gin verbindet eine klassische Wacholderbasis mit frischen Küsten- und Dünenbotanicals. Sein Stil ist klar, kräuterig und leicht maritim-mineralisch, ohne vordergründig salzig zu schmecken.

Wo kann man den REED Gin kaufen?

Der REED Gin ist im Kontor von Sylt Distillers in Rantum sowie im Onlineshop erhältlich.

Jetzt im Online-Shop erhältlich